Die Kirche von Durben

Die Kirche von Durben

Als im 14.Jahrhundert in Durbe die Burg erbaut wurde, gab es darin eine Kapelle. Im 15.Jahrhundert wird eine Kirche außerhalb der Burg gebaut. Es ist bekannt, dass es 1451 in Durbe eine Kirche gegeben hat, weil das Rigaer Dommuseum eine Glocke mit dieser Jahreszahl beherbergt hat.  1496 wird ein katholischer Priester erwähnt. 1525 wird das Pastorat gegründet. Mit dem Beschluss des kurländischen Landtags wurde der Bau einer neuen Kirche begründet, der Bau erfolgte mit herzöglichen Mitteln und wurde mit Mitteln der Gemeinde abgeschlossen. Am 28.Februar 1651wurde die Kirche vom Pastor Hermann Toppius eingeweiht, der gleichzeitig Probst von Grobin war. Die Kirchenträger waren die Besitzer der umliegenden Güter.

Kronleuchter aus dem Jahr 1609

In der Kirche von Durbe kann man die Kanzel und den Altar mit Holzschnitzereien aus dem 18.Jahrhundert sehen, einen Kronleuchter aus dem Jahr 1609 und ein historisches Taufbecken. Die Orgel ist 1834 gebaut, der Umbau erfolgte 1874. Im Turm sind zwei 1896 gegossene Glocken. 1903 wurde die Turmuhr eingebaut, die bis 1922 funktionierte und 1935 repariert wurde. Zum Teil ist auch der alte Kachelboden erhalten geblieben.

1770  wurde der Kirchturm vollendet. Die Kirche ist mehrmals erweitert und renoviert worden: 1847., 1872. und 1908. Im 19.Jahrhundert verlor die Kirche den anfänglich schlanken Turm. Der Altarhimmel wurde zugemauert, als die Kirche verlängert wurde.

An der Wand neben der Kanzel ist eine Gedenktafel aus Marmor, gewidmet den gefallenen Gemeindemitgliedern, die 1919 für die Unabhängigkeit Lettlands gekämpft haben.

1872 wurde die Mauer um die Kirche errichtet. An der Kirche ist ein alter Friedhof gewesen, einige Gräber sind noch erhalten. Hier ist auch das Grab des Pastors Edmund Proctor (1815 – 1865). In seiner Familie war Atis Kronvalds Hauslehrer.

In alten Zeiten erstreckte sich das Kirchspiel von Durben über ein großes Gebiet von Hasenpoth bis zur litauischen Grenze. Seit 1573 gibt es einen deutschen und einen lettischen Pastor, aber 1857 wird die Gemeinde geteilt: Süddurben und Norddurben. Zu Norddurben gehörte auch Ilmajen als Filialkirche, zu Süddurben – die St.Bartholomäuskirche Ilsen oder Funkenhof.  1857 wurde auch das Pastorat Süddurben aufgebaut, weil das alte Pastorat samt Archiv 1853 abgebrannt war.

Am Anfang des 20.Jahrhunderts hatte jede Gemeide um 6000 Mitglieder, Ende der zwanziger Jahre  – um 1000.

In der Zeit von 2003 bis 2005 wurden das Turmdach und das Hauptdach mit Unterstützung der Vereinigten Kurländischen Stiftungen (Deutschland), der Familie von Bordelius und der Thomas-Gemeinde Erfurt erneuert.

Pastoren

Norddurben

 

Johann Dimler 1557 – 99

Heinrich Arends II 1599 – 1630

Adam Petzold (Betsoldus) II  1634 – 36

Jakobus Lutter  … – 1639

Mag. Hermann Toppius  1642 – 55

Mag. Joachim Kühn 1656 – 59

Herbert Ulrici 1660 – 64

Johann Brockhusen I  1669 -82

Jakob Meuter 1687 – 1712

Dietrich Stavenhagen 1713 – 50

Adjunkt: Joachim Baumann 1745 – 47

Mag.Johann Wilhelm Hänselin 1752 – 66

Adjunkt: Paul Friedrich Reimer 1764 – 66

Paul Friedrich Reimer 1766 – 69

Johann Christoph Baumbach 1770 – 1801

Dr.Karl Christoph Schön 1802 – 55

Karl Heinrich Edmund Proktor 1856 – 65

August Friedrich von Johannsohn 1866 -1903

Adjunkt: Oswald v.Johannsohn 1890 – 91

August v. Johannsohn 1898 -1903

Christian Dexne 1904 – 1935

 

Süddurben

Mathias Neukirch 1581

Jeremias Hessing  1609 – 11

Friedrich … 1624

Adam Petzold (Betsoldus) II 1624 – 30

Johann Denniger  1634

Johann Petzold 1635 – 39

Adam Prätorius 1639 – 48

Wilhelm Reimer 1648 -1703

Johann Friedrich Rhanäus 1708 – … 1715

(Bis 1742 bediente der deutsche Pastor auch die lettische Gemeinde.)

Johann Christoph Stavenhagen 1742 – 79

Adjunkt: Johann Bernhard Wolter 1770 – 79

Johann Bernhard Wolter 1779 – 1809

Adjunkt: Johann Friedrich Runtzler 1801 – 9

Johann Friedrich Runtzler 1822 – 44

Otto Bernhard Friedrich Runtzler 1822 – 44

Ernst Ludwig August Bernewitz , Past. Designatus 1845

Dr. Hermann Ehrenfest Katterfeld 1846 – 76

August Edmund Proctor 1877 – 1904

Robert Christoph Seezen 1905 – 1934

 

Seit 1934/35 sind an der Kirche Durben lettische Pastoren: Teodors Aviks, Pēteris Auseklis Laiviņš, Jūlijs Martinsons  (von 1938 bis 1982), Pēteris Mednis. Ihre Nachfolger waren Juris Rubenis, Raivo Bitenieks, Ainars Jaunskalže, Atis Voickovskis, Juris Simakins, Jānis Pauļiks, Pēteris Kalks und zur Zeit –  Gints Kronbergs.

 

Der Beitrag der deutschen Pastoren von Durben zur lettischen Kulturgeschichte

Joachim Baumann (1712 -1759)

war bekannt als Dichter und Übersetzer geistiger Lieder, hat 1754 ein verbessertes kurländisches Liederbuch herausgegeben. In seiner Durbener Zeit hat er ein verbessertes Predigtenbuch Manzels herausgegeben.

Johann Christoph Baumbach (1742-1801)

Verfasser und Übersetzer geistiger Lieder mit hervorragenden Lettischkenntnissen. Er hat für das erste Magazin  in lettischer Sprache (Herausgeber Stobbe) geschrieben. 1800 erschienen seine Bibelgeschichten „Mazā Bībele”,wo er in einer für die Bauern verständlicher Sprache die Geschichten des Alten und Neuen Testaments nacherzählt, Belehrungen und kleine Gedichte hinzufügt. Er hat auch an einem lettisch- deutschen Wörterbuch gearbeitet, das allerdings als Handschrift geblieben ist.

Dr. Hermann Ehrenfest Katterfeld(1797 – 1876)

interessierte sich für lettische Folklore und Sprache, sammelte Pflanzennamen und lettische Volkslieder. 1835 schrieb er einen bedeutenden Beitrag über das lettische Volkslied. Er schrieb für das „Magazin der Lettisch-literarischen Gesellschaft”  sowie auch für lettische Zeitungen und verfasste geistige Lieder. Katterfeld war auch Pflegevater für Atis Kronvalds und Förderer seiner Bildung.

Johann Christoph Wolter

wurde  1773 in der Familie des durbenschen Pastors Johann Bernhard Wolter geboren und hat dort seine erste Bildung genossen. Sein Leben ist mit Zierau verbunden, wo er Pastor war. Er hat Verdienste als Förderer der Bildung in seiner Gemeinde und in ganz Kurland. Er hat den ersten gründlich ausgebildeten Lehrer Kurlands Andrej Bergmann vorbereitet. Er war beteiligt an der Gründung des Irmlauschen Lehrerseminars.

Dr. Karl Christoph Schön (1775 – 1855)

diente als Pastor 50 Jahre, sein ganzes Leben lang befasste er sich mit dem Studium der Naturwissenschaften, seine Bibliothek war eine der größten Privatbibliotheken Kurlands.

 Christian Dexne und Robert Seezen

die letzten deutschen Pastoren, die 1939 Lettland verlassen haben und in Deutschland gestorben sind. Sie haben Erinnerungen über ihre Tätigkeit und Leben in Durben am Anfang des 20.Jahrhunderts  geschrieben, die interessante Zeitzeugnisse enthalten.